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Teil 2: Welche Zeichenwerkzeuge für welchen Zeichenschritt einsetzen

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Da wir nun die Zeichenwerkzeuge kennengelernt haben, geht es nun um das Verständnis dafür, welche Werkzeuge ihr für welchen Zeichenschritt benötigen werdet. Verschaffen wir uns jedoch zunächst eine Übersicht über die einzelnen Zeichenschritte. Diese sind nicht zwingend für die Erstellung einer Zeichnung, helfen jedoch Anfängern dabei sich immer besser in die Welt des Zeichnens einzuarbeiten. Habt ihr erst etwas Übung werdet ihr mit Leichtigkeit einzelne Schritte bei der Bilderstellung überspringen können.

Die Zeichenschritte

Zeichnen Lernen ZeichenphasenDie einzelnen Zeichenschritte bestehen typischerweise aus einer Grobskizze und einer darauf folgenden Feinskizze. Die Detailzeichnung und die darauf folgende Kolorierung können in unterschiedlichen Stilrichtungen durchgeführt werden. Die Digitalisierung sorgt dann für die entsprechende digitale Verarbeitung eurer Zeichnung.

Grobskizze

Die Grobskizze wird meist genutzt, um eine Szene, eine Körperposition oder eine Perspektive zu entwerfen. Dabei probiert man eine Szene in mehreren Perspektiven aus und wählt dann die für die Zeichnung passende aus. Wenn es dann um Charaktere geht, die mit in der Szene verbaut werden sollen, dann werden in mehreren Grobskizzen ihre Körperpositionen ausgetestet. Dabei zeichnet man die Personen zunächst in Form von Skeletten (hier ist mit Skelett der Basisentwurf für den Körper gemeint, auf den wir später im Detail eingehen werden). Mit der Grobskizze wandelt ihr also zunächst eure Idee oder Vorstellung in ein grobes Bild um.

Die zu diesem Schritt passenden Werkzeuge sind Bleistifte und ein Radiergummi. Man kann natürlich aber eine Grobskizze mit allem erstellen, das einen Strich auf einem Blatt Papier hinterlässt, sei es ein Kugelschreiber oder ein Fineliner.

Hier sind einige Beispiele für eine Grobskizze:

Feinskizze

Eine Feinskizze kann eine Grobskizze als Basis haben, was jedoch keine Voraussetzung ist. Besonders geübte Zeichner gehen sehr schnell dazu über, die Grobskizzen zu überspringen, da sie ihre Ideen durch die jahrelange Übung sehr schnell in detaillierte Skizzen oder Zeichnungen umwandeln können. Grundsätzlich wird aber in dieser Skizze das Bild im Detail entworfen. Dabei versucht man typischerweise alle Details der Szene und der Charaktere festzuhalten und probiert bereits die ersten Schattierungen aus. Die Detaillierung der Gebäude oder einzelner Körperpartien der Charaktere gehören hier natürlich auch dazu.

Das für eine Feinskizze definitiv am besten geeignete Zeichenwerkzeug ist wohl der Bleistift. Erstellt man diese digital, dann ist es immer das Tablet. Natürlich kommt auch hier der Radiergummi an der einen oder anderen Stelle auch zum Einsatz. Geübte Zeichner werden diesen aber immer seltener brauchen.

Und hier sind einige der Beispiele für eine Feinskizze:

Detailzeichnung

Unter einer Detailzeichnung kann man natürlich verschiedene Zeichnungsarten zusammenfassen. Ich werde diese aber für meine Zwecke in ein paar Kategorien eingrenzen. So kann eine Detailzeichnung natürlich eine weiter ausdetaillierte Bleistiftzeichnung sein. Hier würde ich diese aber doch auf das Verwenden von verschiedenen Bleistiftstärken oder z.B. Kohle eingrenzen. Damit erzeugt ihr dann z.B. eine detaillierte Bleistiftzeichnung oder malt gar ein großes Bild mit Kohle und Kreide. Die zweite Kategorie wäre bei mir das Nachzeichnen der Feinskizze mit Tusche oder Finelinern. Diese Detaillierung verwende ich besonders gerne, da der Comic-Stil absolut zu meinen Favoriten zählt.

Die richtigen Zeichen-Werkzeuge sind also hier z.B. Bleistifte mit unterschiedlichen Strichstärken. Dadurch kann man weitaus stärkere Kontraste bei den Schattierungen setzen. Kohle würde ich euch für den Anfang nicht empfehlen. Für die zweite Kategorie benutzt ihr am besten Fineliner unterschiedlicher Stärke. Arbeitet euch dabei von dünn nach dick vor. Auch hier ist bei einer komplett digital erstellten Zeichnung das Tablet die Wahl des Künstlers.

Hier sind die Beispiele für eine Detailzeichnung:

Kolorierung

Die Farbe ist ein weiteres Mittel, um einer Zeichnung noch mehr Leben einzuhauchen. Die Kolorierung kann dabei entweder ein separater Teil eures Zeichnungsprozesses sein oder einfach ein Teil während der digitalen Verarbeitung. Wenn man die Kolorierung mit den üblichen Zeichenwerkzeugen durchführt, wie z.B. Buntstiften oder Markern, dann benutzt man als Basis meist eine Detailzeichnung. Ich nutze hier oft eine Fineliner-Zeichnung, um diese später mit Stiften zu kolorieren. Um etwas zu üben könnt ihr aber auch eine Kopie eurer Detailzeichnung verwenden. Nutzt bitte dabei keine Kopie aus dem Tintenstrahldrucker, sondern aus einem Kopierer oder Laserdrucker, da eure Kolorierung sonst die Tinte verschmieren wird.

Bei der Kolorierung verwendet ihr am besten die üblichen Zeichenwerkzeuge. Hier spielt eure Vorliebe für die einzelnen Werkzeuge eine große Rolle. Nimmt Buntstifte, Aquarelle-Farben, Wasser-Farben oder Marker. Die Wahl liegt eher bei euch. Hier könnt ihr auch sehr gut mit verschiedenen Werkzeugen experimentieren und eurer Kreativität freien Lauf lassen.

Hier sind die Beispiele für kolorierte Zeichnungen:

Digitalisierung

Die Digitalisierung gehört zum modernen Zeichnen definitiv dazu. Eine Form der Digitalisierung ist das Abfotografieren oder Einscannen eurer fertigen Skizze oder Zeichnung. Diese könnt ihr dann z.B. online ausstellen oder diese per E-Mail versenden. Eine weitere Form ist das Einscannen einer Zeichnung, um diese digital zu bearbeiten oder zu kolorieren. Das kann eine Skizze sein, die ihr dann digital nachzeichnet. Es kann aber auch eine Fineliner-Zeichnung sein, die ihr einscannt und digital zu einer schönen Comic-Zeichnung umwandelt. Das Endergebnis ist immer eine Zeichnung, die ihr in einem üblichen Bildformat (JPG oder PNG) abspeichert, um diese dann z.B. in einer Community oder auf eurer Homepage mit anderen zu teilen.

Ganz wichtig bei diesem Schritt ist ein Scanner, mit dem ihr eure Zeichnungen digitalisiert. Hier müsst ihr abhängig vom Scanner mit unterschiedlichen Einstellungen spielen, um das beste Ergebnis herauszubekommen. Für die digitale Kolorierung der Zeichnungen verwendet ihr am besten ein Tablet im Zusammenhang mit einem Bildbearbeitungsprogramm.

Hier sind die Beispiele für digital bearbeitete Zeichnungen:

 

 

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